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„Ich weiß nicht, wohin mich Gott führt, aber ich weiß, dass er mich führt“ – so sagte es einmal der deutsche Schriftsteller und Seefahrer Gorch Fock. Mir kam dieser Satz in Erinnerung, als ich das Bibelwort gelesen habe: „Die Wege des Herrn sind richtig und die Gerechten wandeln darauf, aber die Übertreter kommen auf ihnen zu Fall“ (Hosea 14, 10).

Nun ist das schon eine herausfordernde Glaubensaussage: „Die Wege des Herrn sind richtig…“ Da denke ich an eine Familie, die vor etlichen Jahren durch einen tragischen Verkehrsunfall ihre Tochter verloren hat. Ein solches Bibelwort als gutgemeintes Trostwort hätte auf die fassungslosen Eltern eher wie ein erneuter Messerstich in eine offene Wunde gewirkt. Sie konnten in ihrer  Verzweiflung Gott nicht verstehen. Nun hat der Prophet Hosea seinerzeit nicht solche verzweifelten Menschen im Blick. Er selber wirkt fassungslos, weil sich sein Volk Israel meilenweit von Gott entfernt hat. Wie ein ungebetener Ruhestörer kommt er sich vor, wenn er sein Volk zur Umkehr ruft: „Ihr Leute von Israel, kehrt um zum Herrn, eurem Gott!“ (V2), so heißt es nur einige Verse vorher: Seine Zeitgenossen haben kein Interesse daran, dass Gott ihr Leben bestimmt. Gottes Gebote ignorieren sie. Sie leben eher nach dem Motto: „Die Wege des Herrn sind lästig...”

Trotzdem lässt sich der Prophet nicht mundtot machen. Er will keineswegs zusehen, wie sein Volk in eine Katastrophe  hineinrennt. Nun sind seitdem 2.700 Jahre vergangen. Aber dieses Bibelwort bleibt bis heute eine große Herausforderung – auch für uns! „Die Wege des Herrn sind richtig…“, selbst dann, wenn ich das nicht gleich immer erkennen kann.

Ich denke an James aus Uganda, den ich vor etlichen Jahren in Erlangen kennengelernt habe. James, ein überzeugter Christ, studierte in Deutschland Physik. Er empfand das Studium als ein Privileg. Allerdings brauchte er zuvor einige Zeit, bis er sich zu diesem Schritt durchringen konnte. Er begann zwar mit seinem Studium bereits in Uganda, verdiente sich aber nebenbei bei einem Zimmermann, der eine Windmühle betrieb, ein gutes Taschengeld.

Aufgrund seiner Geschicklichkeit bot ihm der Zimmermann eine Festanstellung bei gutem Verdienst und einer freien Wohnung an.
Wirklich verlockend für ihn als jungen Mann. Gleichzeitig bekam er aber auch die Möglichkeit, sein Physikstudium in Deutschland
fortzusetzen. Er war hin- und hergerissen. Er betete und suchte auch das Gespräch mit dem Gemeindepastor. Nach manchen Gebeten und Gesprächen reifte der Entschluss, doch nach Deutschland zu wechseln. In seinem Studium läge seine besondere Begabung. Kaum hatte er sich in Deutschland eingeschrieben, kam es in Uganda zu einem Machtwechsel. Ein Diktator übernahm die Regierung und stürzte das Land unter seiner Regierung in ein Chaos. Auch die Windmühle wurde zerstört, der Zimmermann ging bankrott. James hätte mittellos auf der Straße gestanden. Mit vollem Herzen konnte er im nachhinein diesen Satz bejahen: „Die Wege des Herrn sind richtig…“

Aber manchmal ist das ein sehr langer Weg, bis ich begreife, warum mir Gott die eine oder andere schwere Wegstrecke zugemutet hat. Vertrauen Sie doch, dass Gott auch Ihr Leben in richtiger Weise lenkt. Beten Sie um Gottes Führung. Vielleicht schlägt Gott auch schon mal eine Türe zu, um dafür aber ein ganz neues Fenster zu öffnen. „Die Wege des Herrn sind richtig“. (Hosea 14, 10).

Pfarrer Rainer Heuschneider

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